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Das gute alte „Pass auf!“

By 31. März 2017Termine

Die absolute Grundvoraussetzung damit man eine Einheit sinnvoll absolvieren kann, ist die Aufmerksamkeit des Pferdes zu haben.
Jetzt denkt sich wieder jeder…bla bla bla… ja,ja ,weiß ich doch. Das ist schön, aber leider wird es, willkommen in der Realität, viel zu wenig von uns umgesetzt. Da longiert man das Pferd in der Equikinetic und das Pferdchen darf sich in aller Seelenruhe, oder auch nicht Ruhe, den Traktor anschauen, der gerade vorbeifährt. Hat der Traktor ja noch nie gemacht! Pferde bringen selbst uns dazu, da hinzuschauen. Hofkino. Kennt wohl jeder.
Das ebenfalls sehr spannende Hallentor, hat die Aufmerksamkeit des Pferdes, manchmal öfters als der Mensch. Nach jeder Runde, wenn sich das Pferd dem Tor nähert, spitz es die Ohren und Blickrichtung Hallentor. Es könnte ja jemand reinkommen. Doch, doch, die Möglichkeit besteht.

Nachdem das Pferd sich dann alles angeschaut hat, wird es manchmal daran erinnert, bitte wieder aufzupassen. Aber erst wenn es vorbei ist…am Hallentor, also eine halbe Runde weiter.
So sollte es nicht laufen. Wenn eine Trainingseinheit absolviert wird, sollte das Pferd währen dieser Zeit bitte auch aufpassen. Wir arbeiten gerne mit Pausen, da hat es Zeit zum Erholen, auch im Kopf.
Ein guter Indikator, ob ein Pferd gerade die Fliegen an der Wand zählt oder konzentriert mitarbeitet, sind die Ohren. In der Equikinetic ist das sehr spannend zu beobachten. Das innere Ohr ist beim Mensch. Ist es das nicht, hört es dem Menschen auch nicht zu. Das andere Ohr „beobachtet“ die Gassen. Läuft es in die Gassen hinein, ist das äußere Ohr nach vorne gerichtet, lauft es aus den Gassen heraus, ist es nach hinten gedreht. Das Pferd konzentriert sich nicht auf den Säbelzahntiger, der durch das Tor kommen könnte, sondern ist absolut aufmerksam bei der Arbeit.
Und jetzt sind wir am springenden Punkt. Es liegt an uns! Wer hätte es gedacht. Wir müssen ebenso konzentriert bei der Sache sein, sonst wird das nichts.

Das Pferd lesen lernen und just in Time reagieren. In dem Moment, indem es auch nur daran denkt wegzugucken, kommt ein Impuls und/oder ein verbales „Pass auf“, der das Pferd sofort wieder zurück zu uns und in die Einheit holt. Das erfordert unsererseits natürlich eine Menge Disziplin und Koordination. Sitzen bei uns die eigenen Bewegungsabläufe, können wir unsere Aufmerksamkeit auch besser aufs Pferd lenken. Ja, man muss alles auf einmal machen, aber da hilft Üben und Routine. Nur wenn beide sich auf das Training konzentrieren, kann das Pferd auch das lernen, was es lernen soll.

In jeder Trainingseinheit, egal was wir mit dem Pferd machen, übernehmen wir die Führungsrolle. Es muss sich keine Sorgen ums Hallentor machen. Auch nicht, ich geb´s ja zu, den brandgefährlichen Plastiktüten, die ja wirklich gemein sind, zu viel Aufmerksamkeit schenken.
Nebenbei entwickelt das Pferd Vertrauen. Wenn Mensch sagt ist nichts, dann ist da nichts und kein Grund da hinzusehen und vielleicht auszuflippen. So entsteht ganz nebenbei übrigens auch Vertrauen. Eben „Wer bewegt wen“!
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Michael Geitner / Alexandra Schmid
Bild: Eliane Reichelt

Bild könnte enthalten: eine oder mehrere Personen, Pferd und im Freien

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