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Was Hänschen nicht lernt….

By 3. Juni 2014Juni 5th, 2014Termine

Das Gehirn des Menschen ist darauf spezialisiert in der Kindheit, in ganz bestimmten Phasen der Entwicklung, ganz bestimmte Fähigkeiten zu erlernen.
Pferde haben ebenso ihre Kindheitsphasen in denen sie Spezielles lernen und trainieren, wenn auch nicht derart spezialisiert wie der Mensch..
Fohlen lernen spielerisch Sozialverhalten, verbessern ihre Koordination und trainieren ihr Gleichgewicht. Sie perfektionieren es in ihrer Kindheitsphase auf ihre späteren Bedürfnisse.
Leistungen in diesem Alter abzuverlangen, die das Gehirn und die körperlichen Fähigkeiten, in der ein Fohlen noch nicht in der Lage ist, nicht nur nicht sinnvoll, sondern eher kontraproduktiv.
Was ist also das richtige Pensum und der richtige Zeitpunkt um mit einem Fohlen zu “arbeiten”?
Tatsache ist, das Gehirn lernt zu jedem Zeitpunkt, jede Minute und Sekunde in der es Eindrücke aufnimmt, darauf sind Säugetiergehirne spezialisiert.

Es kommt auf das richtige Lernpensum an, um das Fohlen oder Jungpferd nicht zu überfordern.
Jeder ist bemüht dem Fohlen das sogenannte Fohlen ABC zu lernen. Also Halfter anlegen lassen, Führen lassen, Hufe geben anbinden lassen,
Viel mehr wird den Pferden in den ersten 2-3 Jahren meistens nicht abverlangt. Dennoch ist es sinnvoll die Jungpferde etwas mehr zu fördern ,ohne sie zu überfordern .(Darin liegt die Kunst!) Ein Training welches speziell auf die geistigen und körperlichen Fähigkeiten des Fohlens oder Jungpferdes zugeschnitten ist überfordert es nicht.
Ein Beispiel wie die Dual-Aktivierung genutzt werden kann um Fohlen sehr behutsam ans späterer Reitpferdeleben heranzuführen.” Es wird sich später einfacher haben ,wenn es an die Ausbildung unterm Sattel geht.
Hat es gelernt sich vom Menschen führen zu lassen ,läuft man einfach mal mit dem Fohlen durch und meistert eine erst Wendungen ,ohne dass es überfordert wird lernt es von Anfang an, sich besser zu koordiniern und auszubalancieren
Bis es Zeit zum Einreiten wird das Pensum langsam aber stetig erhöht . Es wird optimal auf sein späteres Reitpferdeleben vorbereitet. Nach dem Motto: Was Hänschen schon gelernt hat, muss Hans nicht mühsam lernen.

Dass das sinnvoll ist ,erklärt sich aus den Veränderungen im Gehirn:
Je mehr rechts/ links Wechsel geübt werden ,umso stärker werden Verbindungen im Gehirn, die für das Erlernen und Ausüben koordinierter Bewegungen nötig sind.

Die Regionen im Gehirn die hierzu von Nöten sind “wachsen “also, dh. die Nervenbahnen werden mit einer Myelinschicht umgeben, welche ihre Leitfähigkeit verbessern.
Bei Pferdegehirnen wurde das mangels Technik und wahrscheinlich finanzieller Möglichkeiten noch nicht untersucht, wohl aber am Menschen. In Untersuchungen wies man nach, dass sich die Capsula Interna (in der sich viele sensible und willkürmotorische Bahnen befinden) ,sowie das Corpus Callosum , das zuständig für die Kommunikation und Koordination der beiden Hirnhemisphären ist, vergrössert haben, bwz.die Nervenbahnen myelinisiert wurden,wenn als Kind fleissig geübt wurde..(1)
Die Myelinisierung bestimmter Nervenbahnen ist jedoch nur in jungen Jahren möglich. (1)

Bei richtiger Dosierung ,bei der es zu keiner Überforderung kommt, ist es also durchaus sinnvoll ,früh mit einem jungpferdegerechten Training zu beginnen.

(1)nature neurosience 10.1038/nn1516 (2005)

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