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Warum wollen wir einen freien Unterkiefer? Weil die Pferde dann kauen. Ist das so wichtig?

By 31. März 2017Termine

Ein lockere Unterkiefer spielt hinsichtlich der Stellung und Biegung eine sehr große Rolle.
Ein zweigeteilter Muskel (M. digastricus ) verbindet den Kiefer des Pferdes mit den Proc. paracondylaris, das sind kleine Knochenfortsätze des Hinterhauptbeines, die sogenannten Knorren. An diesen Fortsätzen setzten auch Teile der kurzen Hals und Nackenmuskulatur an, die wiederum mit dem darauffolgenden Wirbel verbunden sind.
Hat das Pferd diesen Muskeln angespannt ist ein lockeres Genick, wie wir uns es wünschen würden, nicht möglich.
Verspannt das Pferd als den Kiefer oder hat zu wenig Kieferfreiheit, etwa durch Sperrriemen, sind diese Muskelketten nicht in der Lage zusammenzuarbeiten. Ein Teufelskreis beginnt, der durchs ganze Pferd läuft. Diese Knochenfortsätze des Hinterhauptbeines „verkannten“ übrigens im ersten Halswirbel, wenn der Kopf des Pferdes hinter die Senkrechte kommt. Zudem scheint das Gehirn über die Lage des Zungenbeins das Gleichgewicht zu berechnen, und ein festgestelltes Zungenbein könnte dieses beeinträchtigen.
Die Zungenbeinmuskulatur verläuft jedoch nicht nur in das Genick des Pferdes, sondern verbindet auch den Kiefer mit und Vorhand. Der Schulter – Zungenbeinmuskel, (M.omohyoideus), und er Brustbein –Zungenmuskel, (M.sternohydoideus). Sind diese Muskeln durch einen festgestellten Unterkiefer verspannt, setzt sich diese Verspannung auch noch über das Brustbein und die Vorderbeine des Pferdes weiter. Kauen lockert diese Muskulatur und entspannt Unterkiefer. Damit also die Muskelketten nicht verspannt werden und zusammenarbeiten können und das Pferd nicht aus der Balance kommt, was die Voraussetzung für Stellung und Biegung ist, ist es unabdingbar, dass das Pferd Kieferfreiheit besitzt und in der Lage zu kauen ist.
Michael Geitner und Alexandra Schmid
https://pferde-ausbildung.de/
Bild: Eliane Reichelt

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